Tom in Sambia

Herzlich Willkommen! Auf dieser Seite erfährst du alles über meinen "Weltwärts"-Freiwilligendienst in Livingstone. Viel Spaß!



Mein neuester Blogartikel

Zähneputzen, Rugby spielen und Toiletten bauen

Fast ein Viertel meines Freiwilligenjahres ist schon vergangen, und mit der Zeit kommt auch der Alltag. Mittlerweile haben alle von uns ihre Work-Permits und damit arbeiten wir nun endlich vollkommen legal im Land.
Aktuell führen wir an der Linda-South das Zahnputzprojekt unserer Vorfreiwilligen fort, jeden morgen wird mit der Vorschulklasse fleißig Zähneputzen geübt, sowie mit den beiden ersten Klassen ein Mal wöchentlich das Erlernte aufgefrischt. Zudem brachten wir in diesem Term (Schuljahr besteht aus 3 Terms) den Sport Tag-Rugby an unsere Schulen. Dieser Sport wurde uns ganz zu Beginn des Aufenthalts vom Rugby Team der Livingstone Rhinos vorgestellt. Es handelt sich um eine Körperkontakt-freie Art des Rugbys, in der Jungs mit Mädchen in einem Team spielen und sich statt zu tackeln lediglich die angekletteten „Tags“ vom Gürtel abnehmen. Mit unserem Linda South Team bin ich hierbei sehr zufrieden, in Zusammenarbeit mit Rugby Coach Moyo brachte es unser Team schon zu einem Freundschaftsturnier-Sieg und stellte dazu beim Schulturnier die erfolgreichste von 5 Mannschaften.
In den folgenden Wochen bis zum Winterurlaub (ab 23. Dezember) steht noch viel Arbeit für uns an. Jaschka und ich organisieren ein Ferien Fußballcamp über zwei Tage. Unser Ziel: Damit 200 Kinder zu erreichen und die Grundlage für einen erfolgreichen nächsten Fußball-Term zu schaffen.
Außerdem Bewerben Luise und ich uns im Namen der Linda South Primary School beim „Kleinstprojekt Finanzierung“ der Deutschen Botschaft in Lusaka. Hiermit ist es möglich einen kompletten Toilettenblock an unserer Community-School zu finanzieren. Dieser wäre benutzbar die Schüler, aber auch für den gesamten umliegenden Compound (rund 3000 Menschen, in dem es keine vernünftigen Toiletten gibt. Die Bewerbung hierfür ist allerdings sehr aufwendig und verlangt viele Formalitäten, z.B. drei Angebote von verschiedenen Baufirmen mit Bauplan und ausführlichem Kostenvoranschlag. Es ist für Außenstehende schwer vorstellbar was für eine Herausforderung so viel Bürokratie in einem zentralafrikanischen Land bringt.  Das Gelingen dieses Projektes wäre für uns, die Schule, aber auch die komplette umliegende Community ein riesiger Erfolg.
In kommenden Artikeln werde ich natürlich weiter über die Entwicklung dieser Projekte informieren!

 

Zum Schluss nochmal ein großes Dankeschön für das Feedback welches ich für die Vorherigen Blogartikel bekommen habe. Dieses Interesse motiviert mich sehr auch in der kommenden Zeit so oft und unterhaltsam wie möglich für euch zu schrieben!

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Meine Projektstellen

Im folgenden, wohl deutlich längeren Artikel, möchte ich meine beiden Projektstellen genauer vorstellen. Diese könnten was Kinder, Infrastruktur und Umfeld angeht wohl nicht verschiedener sein.

 

Linda-South Primary School

Zwei ganze Tage und einen Morgen pro Woche fahren Luise und ich an die Community Schule, 15 Radminuten außerhalb, südlich von Livingstone. Unser Weg führt uns durch ein sehr armes Randgebiet der Stadt, dann über einen von vielen Pendlern benutzten Landstrich. Dieser ist nicht mit dem Auto passierbar ist, da er über eine eingebrochene Brücke führt. Zuletzt fahren wir durch einen Compound (Slum), an wessen Ende wir dann unsere Einsatzstelle, die Linda South Primary School (Grundschule mit  1. – 7. Klasse) finden.
Eine Projektstelle wie diese, die was ihre Standards angeht einfacher nicht sein könnte, ist im Stellenangebot des ASC mit Sicherheit eine Seltenheit und ein starker Grund warum wir vor Beginn unseres Freiwilligendienstes fast zwei Wochen interkulturelles Training durchführten. Denn ansonsten wären wir hier wohl auf verlorenem Posten gewesen. Wo fange ich nun an…
Vielleicht damit dass 50% der Siebtklässler ihre Abschlussprüfung (Ankreuztest) nicht bestehen, auch aus dem Grund, dass sie kein Englisch verstehen (trotzdem dass es die Landessprache ist), oder schlicht weg nicht lesen können. In den letzten zwei Jahren hat sich die Schülerzahl verdoppelt, nun gibt es für rund 600 Schüler bloß zwei Toiletten die lediglich aus einem Loch im Boden in einer Kabine bestehen. Mit dem Headteacher Mr. Sikayomya haben wir mittlerweile schon ein sehr gutes Verhältnis, die 250€ die wir ihm vor mehr als einem Monat zum National Teachers Day geliehen haben, bekamen wir aber trotzdem noch nicht zurück. Bei der Belegschaft könnte der Respekt vor dem Chef kaum größer sein, was sehr hinderlich für die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Lehrern ist. So ist es trotzdem des Öfteren der Fall, dass wenn der Headteacher unter Tags das Schulgelände verlässt, alle Lehrer aufhören zu unterrichten, ihr Auto im Schatten eines Baumes parken und hinter aufgedrehter Klimaanlage einfach nichts mehr tun. Diese mangelnde Motivation färbt sich aber genau so auf den Lernfortschritt der Kinder ab. Die 1. bis 4. Klasse spricht zum Beispiel kaum Englisch, was für Luise und mich die Arbeit deutlich mühsamer macht, aber auch hier erzielen wir wöchentlich Fortschritte.
Nichts desto trotz, dieser Ort ist für uns etwas Besonderes und wir schätzen es sehr dort arbeiten zu dürfen. Wir haben bei unseren Projektideen alle Freiheiten, da der Headteacher auch sehr am Fortschritt seiner Schule interessiert ist. Unsere Vorfreiwilligen Meike und Sophia machten es mit großen Spendensummen möglich dass der Bau von drei neuen Klassenräumen begonnen hat. Leider wurde nur einer davon planmäßig fertig gestellt.
Für Luise und mich ist es daher eine Selbstverständlichkeit, dass wir während unseres Freiwilligenjahres die Schule mit voller Leidenschaft unterstützen werden und dass auch für die Verwendung der Spendengelder, dies der genau richtige  Ort ist.

 

 

SOS Kinderdorf

Sicher ist der Name dieser Einsatzstelle jedem ein Begriff. Hier handelt es sich um eine global aktive Organisation die Spenden von überall auf der Welt empfängt.
Von unserem Freiwilligenhaus im Norden von Livingstone ist das SOS gerade einmal 8 Radminuten entfernt. Es liegt in einem eingezäunten Bereich der nur über eine immer bewachte Pforte passierbar ist. Sofort fällt auf dass das Gelände sehr gepflegt und sauber ist. Einige Meter weiter kommt man an eine Kreuzung an der Schotterstraße. Links geht es zu den Schulgebäuden und zum Lehrerzimmern, gerade aus zu den Sportplätzen, die sich klar vom sambischen Standard abheben, es gibt sogar einen überdachten Betonplatz. Auf der rechten Seite befindet sich das Kinderdorf. Hier stehen 15 Hauser in denen jeweils eine Hausmutter mit 10-15 Kindern wohnt.
Luise und ich und sind uns einig, dass ein Platz im SOS Kinderdorf (Waisenhaus mit Schule von 1. –9. Klasse), für die meisten aller afrikanischen Kinder, trotz der schweren Schicksale ein echter Segen ist. Vergleicht man nämlich die Fürsorge, Bildung und Erziehung, die ein Kind bei SOS erfährt mit denen von Kindern der Linda South, so wird klar, dass die SOS Kids denen der Linda um einiges voraus sind.
Hier sprechen alle Kinder Englisch und sind so freundlich und respektvoll wie man es kaum von deutschen Kindern gewohnt ist.
Außerdem trainiere ich dort des U12, U14 und U16 Fußballteam zweimal wöchentlich. Alle sind voll motiviert und geben im Training Vollgas. Der Teamgeist ist auch nach 2 Monaten meines Engagements als Coach noch ausbaufähig, aber dafür ist man ja schließlich da.
Die Kinder, egal ob im Sportunterricht, Lesetraining oder Fußball wachsen einem schneller ans Herz als man gedacht hätte…
Von Seiten der SOS-Leitung bekamen wir auch schon ein großes Lob für die gute Zusammenarbeit und unsere Arbeit mit den Schülern, daran möchten wir selbstverständlich auch in der Folgezeit anknüpfen.

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